Mehr Transparenz wagen: Gehalt im Bewerbungsprozess

 In Allgemein

softgarden e-recruiting GmbH, 28 Seiten, 2019
Deutsch

Bewertung

Interessante Studie für Arbeitgeber, die aufzeigt, dass durch eine größere Gehaltstransparenz die Candidate Experience deutlich verbessert werden kann.

Untersuchte Fragestellung

Die Teilnehmer wurden zu ihren Meinungen zur Gehaltstransparenz im Job und im Bewerbungsprozess befragt.

Inhalte/Trends

Laut Studienergebnissen steht das Gehalt bei der Zufriedenheit im Job nur an fünfter Stelle. Wichtiger sind eine interessante Aufgabe, eine gute Arbeitsatmosphäre, Weiterbildungsmöglichkeiten und die Work-Life-Balance. Das heißt aber nicht, dass das Gehalt nicht wichtig für die Jobzufriedenheit ist. Ohne ein als angemessen empfundenes Gehalt wird ein Job unattraktiv. Gehalt stellt viel mehr als eine Summe dar: eine der wichtigsten Formen von Feedback. In Deutschland mangelt es an Gehaltsintelligenz. Bewerber können ihre Kenntnisse nicht beziffern und Arbeitgeber sind sich nicht im Klaren darüber, was ein zu niedriges Gehaltsangebot bei dem Bewerber bewirkt. Vor allem bei der Gehaltstransparenz zeigt sich Unzufriedenheit. 51 % der Befragten befürworten die Offenlegung der Gehälter, 29 % lehnen sie ab. Die Befürworter sehen dadurch vor allem die Chance, Ungerechtigkeiten zwischen Kollegen in gleicher Position und einen Gender Pay Gap zu vermeiden. Die Befragten, die der Gehaltstransparenz nicht zustimmen, sehen Schwierigkeiten darin, etablierte Gehaltsstrukturen offenzulegen und befürchten mangelnde Motivation und eine Störung des Betriebsfriedens. 31 % der Befragten wollen schon in der Stellenanzeige darüber informiert werden, wie viel sie in dem ausge-schriebenen Job verdienen werden. Bei Bewerbern mit akademischem Abschluss liegt der Anteil bei rund 40 %. In der Praxis erhalten nur knapp 10 % diese Information. 36 % der Bewerber erfahren das Gehalt im ersten Vorstellungsgespräch. 13 % hören sogar erst nach dem ersten Vorstellungsgespräch, was sie verdienen würden. 40 % finden es „nicht in Ordnung“, dass Unternehmen einen Gehaltswunsch von den Bewerbern einfordern, obwohl sie selbst nicht in ihren Stellenanzeigen preisgeben, wie viel diese Bewerber verdienen würden. Für Bewerber ist die Nennung des Gehaltswunsches mit Risiken verbunden: 39 % haben sich schon einmal durch einen zu hohen Gehaltswunsch ins „Aus“ gekickt, 44 % der Kandidaten haben einen zu niedrigen Gehaltswunsch geäußert und im Nachhinein festgestellt, dass für sie mehr „drin“ gewesen wäre. Anhand der Umfrageergebnisse haben die Studienautoren zehn Tipps für Arbeitgeber rund um das Thema Gehaltstransparenz formuliert. Diese sind in der Originalstudie aufgeführt.

Geltungsbereich

Online-Umfrage unter 4.145 Bewerbern, die sich aktuell auf eine neue Position beworben haben.

Link zur Studie