Do workers discriminate against female bosses?

 In Allgemein

Middlebury College and IZA / Martin Abel, 51 Seiten, 2019
Englisch

Bewertung

Die, im amerikanischen Markt durchgeführte, Studie sensibilisiert für geschlechtsspezifische Erwartungen an den Führungsstil von Frauen und Männern. Weiterhin liefert sie Vorschläge für Maßnahmen, um daraus resultierenden Risiken entgegenzuwirken.

Untersuchte Fragestellung

Wie reagieren Arbeitnehmer auf Feedback aus der Chefetage? Und welche Rolle spielt das Geschlecht des Vorgesetzten?

Inhalte/Trends

In dem durchgeführten Versuch ging bei negativer Kritik an der Arbeitsleistung die Jobzufriedenheit der Betroffenen zurück. Dieser Rückgang fiel um 70 % höher aus, wenn die Kritik von einer weiblichen Vorgesetzten kam. Im Vergleich zu gleichlautender Kritik durch männliche Vorgesetzte verdoppelte sich außerdem der Anteil der Beschäftigten, die an einer weiteren Zusammenarbeit mit dem Unternehmen nicht mehr interessiert waren. Diese diskriminierende Haltung gegenüber Chefinnen war bei männlichen und weiblichen Arbeitskräften gleichermaßen ausgeprägt. Die Studie zeigt, dass Chefinnen keineswegs ignoriert werden. Die Beschäftigten nehmen sich im Schnitt sogar etwas mehr Zeit, um das Feedback weiblicher Vorgesetzter zu verarbeiten. Auch implizite Vorurteile spielen offenbar keine nennenswerte Rolle. Zwar assoziieren die Beschäftigten tendenziell eher Männer mit Karriere und Frauen mit Familie, doch das diskriminierende Verhalten gegenüber weiblichen Vorgesetzten ist davon weitgehend unabhängig. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass geschlechtsspezifische Erwartungen an den Führungsstil ausschlaggebend sind. Während Lob dreimal häufiger mit weiblichen Vorgesetzten in Verbindung gebracht wird, wird Kritik doppelt so oft männlichen Chefs zugeschrieben. Wenn kritische Chefinnen also diesen Rollenerwartungen nicht gerecht werden, kann das die beobachteten negativen Reaktionen auslösen.

Geltungsbereich

Es wurde ein Versuch mit anschließender Befragung unter 2.700 amerikanischen Arbeitskräften durchgeführt.

Link zur Studie