Woman Up: BCG Gender Diversity Index Germany 2020

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Boston Consulting Group, Technische Universität München, 2021, 36 Seiten
Deutsch

 

Bewertung

Die Studie zeigt auf, wie schleppend das Thema Gleichberechtigung im Top-Management voran geht. Es wird belegt, dass Diversität messbare Ziele und kontinuierliches Engagement erfordert.

Untersuchte Fragestellung

Es wurden die 100 größten deutschen börsennotierten Unternehmen in Hinblick auf den Präsenz von Frauen in Vorständen und Aufsichtsräten untersucht.

Inhalte/Trends

Diversität im Topmanagement gilt als ein wichtiger Erfolgsfaktor für Unternehmen. Allerdings sind die Führungsgremien der 100 größten deutschen börsennotierten Unternehmen weit davon entfernt, paritätisch besetzt zu sein. Der Frauenanteil in den Aufsichtsräten der 100 größten deutschen börsennotierten Unternehmen ist auf 33 % gestiegen (29 % im Jahr 2017). Der Frauenanteil in den Vorständen ist deutlich geringer. Nach 9 % im Vorjahr ist der Wert auf 10 % gestiegen. Die Vergütungslücke zwischen Frauen und Männern in Vorständen und Aufsichtsräten liegt nach 20 % im Vorjahr nun bei 15 %. Auf den zwei Ebenen unterhalb des Vorstands ist die Frauenquote mit 19 bzw. 23 % im Schnitt doppelt so hoch wie im obersten Führungsorgan. Es gibt demnach genügend hochqualifizierte Frauen, die in den Vorstand aufrücken können. Allerdings arbeiten viele von ihnen in den supportnahen Funktionen (Personal, Marketing etc.), sodass sie oftmals für businessorientierte Vorstandspositionen nicht in Frage kommen. Um schneller Fortschritte zu erzielen, ist es ratsam, sich Geschlechterdiversitätsziele zu setzen und die Zielgröße null aus den Berichten zu streichen. Korrelative Zusammenhänge zeigen, dass Unternehmen, die sich freiwillig ein Ziel setzen, dieses auch erreichen. Konzerne, die bereits in den vergangenen Jahren zu den Diversity-Champions gehörten, werden in Summe besser. Das bezieht sich sowohl auf die Frauenanteile als auch auf die faire Bezahlung. Unternehmen, die der Entwicklung von Beginn an eher hinterlaufen, werden kaum besser. Geschlechterdiversität ist ein Prozess, der sich selbst befeuert, sobald der Anfang einmal geschaffen wurde. Deutschen Vorständen kommt für den gelungenen Auftakt eine wichtige Rolle zu. Dass Geschlechterparität im Management wichtig ist, unterstreichen dreimal so viele weibliche Führungskräfte wie ihre männlichen Kollegen. Ein Großteil der männlichen Kollegen findet dies unwichtig (76 %). Das zeigt eine ergänzende Studie, für die 2.500 Arbeitnehmer und leitende Angestellte zu den Arbeits- und Entwicklungsbedingungen während der Coronakrise im Februar 2021 befragt wurden.

Geltungsbereich

Es wurde ein Index konzipiert, der die 100 größten deutschen börsennotierten Unternehmen nach Marktkapitalisierung betrachtet.

Link zur Studie