Wechselwilligkeitsstudie 2026
XING / forsa, 2026, Deutsch
Bewertung
Die Wechselwilligkeitsstudie 2026 liefert fundierte und langjährig vergleichbare Einblicke in die Wechselbereitschaft, Jobzufriedenheit und Motivation von Beschäftigten in Deutschland.
Untersuchte Fragestellung
Wie zufrieden sind Beschäftigte in Deutschland aktuell mit ihrer beruflichen Situation? Wie hoch ist ihre Bereitschaft, den Arbeitgeber zu wechseln? Und welche Faktoren beeinflussen ihre Bleibe- und Wechselentscheidungen im Jahr 2026?
Inhalte/Trends
Die Wechselbereitschaft sinkt 2026 weiter und erreicht mit 34 % einen der niedrigsten Werte seit Beginn der Studienreihe. 8 % der Befragten planen konkret einen Arbeitgeberwechsel, während 26 % grundsätzlich offen sind, aber keine konkreten Schritte unternehmen. Gleichzeitig wollen 64 % langfristig bei ihrem aktuellen Arbeitgeber bleiben. Die Wechselbereitschaft ist besonders hoch bei den 18- bis 29-Jährigen: Fast die Hälfte von ihnen ist offen für einen Wechsel.
Die allgemeine Jobzufriedenheit bleibt mit 84 % der Beschäftigten, die mit ihrer aktuellen Tätigkeit zufrieden sind, davon 35 % sehr zufrieden, hoch. Ihre Zufriedenheit ist jedoch überwiegend funktional geprägt und weniger von Begeisterung. Sicherheit entwickelt sich zum zentralen Leitmotiv beruflicher Entscheidungen. In direkten Abwägungen entscheiden sich 58 % für einen sicheren, aber weniger spannenden Job gegenüber einem attraktiveren, aber unsicheren Arbeitsplatz.
Das Gehalt bleibt der wichtigste Wechselgrund und gewinnt weiter an Bedeutung. Insbesondere Männer und die Generation Z nennen ein zu niedriges Gehalt als Hauptmotiv für einen Wechsel (41 %). Weitere relevante Wechselgründe sind fehlende Aufstiegschancen, ein hohes Stresslevel sowie Unzufriedenheit mit der direkten Führungskraft. Gleichzeitig zeigt die Studie, dass ein höheres Gehalt allein nicht ausreicht: Faktoren wie Vertragsstabilität, Führungskultur, Arbeitsumfeld und Arbeitsbelastung können selbst attraktive Vergütungsangebote relativieren.
Für diejenigen, die bleiben wollen, sind Jobsicherheit, interessante Aufgaben, Gehalt und kollegialer Zusammenhalt die wichtigsten Bindungsfaktoren. Auffällig ist, dass der Zusammenhalt im Vergleich zum Vorjahr an Bedeutung verliert. Bei der Arbeitgeberwahl dominieren langfristige Sicherheit, ein höheres Gehalt und ein gutes Führungsverhalten. Flexible Arbeitszeiten, sinnstiftende Arbeit und Remote-Work-Möglichkeiten spielen ebenfalls eine relevante Rolle. Themen wie Unternehmensimage, Nachhaltigkeit oder Diversität haben für viele Beschäftigte hingegen eine untergeordnete Bedeutung.
Die Sorge vor Arbeitsplatzverlust bleibt gering: 91 % haben geringe oder keine Angst vor einer Kündigung. Auch KI wird mehrheitlich nicht als akute Bedrohung wahrgenommen. Rund zwei Drittel sehen keine Gefahr für ihren Arbeitsplatz. Lediglich 13 % haben aufgrund von KI über einen Berufs- oder Branchenwechsel nachgedacht. Jüngere Generationen setzen sich intensiver mit möglichen KI-Auswirkungen auseinander als ältere.
Geltungsbereich
Für die Wechselwilligkeitsstudie 2026 wurden 3.418 Beschäftigten in Deutschland ab 18 Jahren online befragt.
Link zur Studie
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