Stand der Gleichstellung von Frauen und Männern in Deutschland

 In Allgemein

Hans-Böckler-Stiftung, 2020, 50 Seiten, Deutsch

 

Bewertung

Der Report liefert eine knappe und zusammenfassende Übersicht über den aktuellen Stand der Geschlechtergleichstellung in Deutschland mit Fokus auf den Arbeitsmarkt.

Untersuchte Fragestellung

Wie ist der Stand der Gleichstellung von Frauen und Männern in Deutschland?

Inhalte/Trends

Bei schulischer und beruflicher Qualifikation haben Frauen weitgehend mit den Männern gleichgezogen. Ein wesentlicher Grund für fortbestehende Unterschiede ist die ungleiche Aufteilung der unbezahlten Sorgearbeit, etwa bei familiärer Kinderbetreuung, Pflege oder Haushalt. Bei Frauen macht unbezahlte Arbeit nach den neuesten verfügbaren Zahlen 45 % an der Gesamtarbeitszeit aus. Bei Männern sind es hingegen nur 28 %, auch wenn Männer zum Beispiel bei der Pflege langsam mehr Aufgaben übernehmen. Um Familie und Erwerbsarbeit unter einen Hut zu bringen, arbeiten Frauen gut viermal so häufig Teilzeit wie Männer (46 % gegenüber gut 11 %), von den Beschäftigten, die ausschließlich einen Minijob haben, sind 62 % weiblich. Dieses Ungleichgewicht trägt, unter anderem wegen geringerer Karrieremöglichkeiten, wesentlich dazu bei, dass der durchschnittliche Stundenlohn von Frauen knapp 21 % unter dem von Männern liegt. Deutlich gravierender ist die Lücke bei der Absicherung im Alter. Nimmt man gesetzliche Rente, betriebliche und private Alterssicherung zusammen, beziehen Frauen durchschnittlich ein um 53 % niedrigeres Alterseinkommen als Männer. Der Frauenanteil in den Aufsichtsräten der 160 größten börsennotierten Unternehmen stieg mit der Einführung einer Geschlechterquote bis 2018 auf gut 30 %. In nicht mitbestimmten Unternehmen, in denen keine Quote gilt, lag der Anteil bei knapp 20 %. In den Unternehmens-Vorständen, für die es bislang keine gesetzlichen Regeln gibt, war 2018 nicht einmal jedes zehnte Mitglied weiblich – 9 % in mitbestimmten, knapp 6 % in nicht-mitbestimmten Firmen. Besser sieht es auf der zweiten Führungsebene aus, wo der Frauenanteil mit 40 % nur wenig niedriger war als der Anteil an allen Beschäftigten (44 %). Ganz ähnlich fiel die Relation von weiblichen Betriebsratsmitgliedern und Belegschaftsanteil aus.

Geltungsbereich

Für den Report wurden repräsentative Daten und andere Erhebungen genutzt, die eine gute und verlässliche Datenbasis für geschlechtervergleichende Arbeitsmarktanalysen in Deutschland bieten.

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