Social health@work

 In Allgemein

Barmer, Universität St. Gallen, 60 Seiten, 2020,
Deutsch

Bewertung

Die Studie liefert Erkenntnisse dazu, wie sich die Flexibilisierung der Arbeitswelt, Digitalisierung sowie mobiles Arbeiten auf die Gesundheit von Erwerbstätigen und die Produktivität im Unternehmen auswirken können.

Untersuchte Fragestellung

Die Studie untersucht wie Unternehmen mit den neuen, vielfältigen Herausforderungen der Arbeitswelt 4.0 umgehen können.

Inhalte/Trends

Laut der Studie wirkt sich die Digitalisierung der Arbeitswelt unter bestimmten Voraussetzungen positiv auf die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Beschäftigten aus. Mobil arbeitende Beschäftigte, die bereits ein hohes Know-how im Umgang mit digitalen Anwendungen haben, im Vergleich zu ebenfalls mobil arbeitenden ohne dieses Wissen klagen über weniger Schlafprobleme (-18 %) und über weniger Stress (-6 %). Gleichzeitig schätzen sie ihre Produktivität deutlich höher ein. 56 % der Erwerbstätigen arbeiten mobil, die meisten davon (92 %) vorwiegend Zuhause. Weitere rund 25 % halten mobiles Arbeiten in ihrem Job zukünftig für möglich. Neben den Kompetenzen der Beschäftigten wirkten sich die Fähigkeiten der Vorgesetzten, virtuell zu kommunizieren und zu führen, auf die Gesundheit und Produktivität der Beschäftigten aus. Mobile Beschäftigte, deren Vorgesetzte die virtuellen Kommunikationsmöglichkeiten kompetent und effektiv einsetzten, schätzten ihre Produktivität um 10 und ihre Arbeitszufriedenheit um 48 % höher ein als Beschäftigte, deren Führungskräfte nicht über entsprechende digitale Skills verfügen. Sie klagten zudem über weniger Stress und beschäftigten sich weniger mit dem Gedanken an eine Kündigung als mobil arbeitende mit Vorgesetzten ohne digitale Führungskompetenz. Mobiles Arbeiten kappe allerdings auch gewohnte und lieb gewonnene persönliche Kontakte zu den Kolleginnen und Kollegen. So begünstige die räumliche Distanz die Entstehung von Unsicherheiten und das Gefühl einer fehlenden sozialen Einbindung in das Kollegenteam. Digitale Kompetenzen stellen zum Umgang mit neuen Technologien einen wichtigen Hebel dar, um die Leistungsfähigkeit und Gesundheit der Beschäftigten positiv zu beeinflussen. Gleichzeitig gelte es für die mobil Arbeitenden, die eigene Arbeit erfolgreich zu navigieren und ein aktives Grenzmanagement zwischen Arbeits- und Privatleben zu betreiben. Durch die Corona-Pandemie erhalten die Digitalisierung sowie virtuelles Arbeiten einen kräftigen Schub. 18 % der Beschäftigten, die vor Corona nicht mobil arbeiteten, tun dies jetzt. Nach Einschätzung der Befragten befänden sich über die Hälfte der Unternehmen derzeit noch in der Umsetzungs- oder Vorbereitungsphase. 11 % der Unternehmen planten derzeit gar keine virtuelle Arbeit. Dagegen befänden sich insgesamt 21 % der Unternehmen bereits in der Virtualisierungsphase oder vollen Virtualität.

Geltungsbereich

Deutschlandweit wurden ca. 8000 Erwerbstätige, für die mobile Arbeit im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit grundsätzlich eine Rolle spielen kann, befragt.

Link zur Studie