Sind wir jetzt digital?

 In Allgemein

StepStone und Bundesverband der Personalmanager, 36 Seiten, 2020, Deutsch

 

 

Bewertung

Die Studie liefert einen umfassenden Überblick über den Stand der Digitalisierung des Recruitings. Die Ergebnisse werden von ausgewiesenen HR-Experten eingeordnet.

Untersuchte Fragestellung

Wie sehen Bewerber die zunehmende Digitalisierung von Bewerbungsprozessen? Wie verändert sich Recruiting im Zuge und in Folge der Corona-Krise?

Inhalte/Trends

Die Ergebnisse zeigen, dass die Menschen für digitale Lösungen im Bewerbungsprozess bereit und offen sind – solange diese zu dessen Effizienz beitragen und den menschlichen Recruiter unterstützen, aber nicht ersetzen. Die Befragten möchten, dass der Mensch die letztliche Entscheidung trifft. Sie zeigen auch, dass über die Bedeutung digitaler Tools weitgehend Einigkeit herrscht, deren tatsächliche Nutzung aber noch Luft nach oben hat. 80 % der Studienteilnehmer bewerten die eigenen Fähigkeiten und Kenntnisse, digitale Instrumente im Bewerbungsprozess zu nutzen, mit den Schulnoten sehr gut oder gut. Als besonders einfach empfinden die Befragten die Bewerbung per One-Klick (93 %), wobei Bewerber ihre vorab hochgeladenen Unterlagen mit nur wenigen Klicks und häufig auch einfach per Smartphone versenden. Auch mit Videointerviews (88 %) oder dem Hochladen von Lebensläufen in Datenbanken (83 %) hat die Mehrheit bereits gute Erfahrungen gemacht. Geht es darum, den potenziellen neuen Arbeitgeber näher kennenzulernen, soll es unbedingt persönlich zugehen. 63 % unterstreichen, dass sie ab dem ersten Kennenlerngespräch mit Menschen agieren und von Menschen bewertet werden möchten. Nur 7 % können sich vorstellen, durch digitale Tools beurteilt zu werden. Eine Analyse von Stimme und Mimik während eines Job-Interviews lehnen Bewerber mehrheitlich ab. Die Corona-Krise beschleunigt die Veränderungen zusätzlich und zeigt Bedarfe auf. 75 % der Recruiter meinen, dass digitale Kompetenzen nach dem Lockdown und bedingt durch die Corona-Krise noch relevanter werden. 65 % wollen sich aufgrund ihrer aktuellen Erfahrungen zum Einsatz digitaler Instrumente beruflich weiterbilden und 52 % haben in der Corona-Krise gemerkt, dass ihnen Know-how und Erfahrung im Umgang mit digitalen Recruiting-Instrumenten fehlen.

Geltungsbereich

Es wurden insgesamt rund 2.600 Personalmanager und etwa 10.200 Kandidaten befragt.

Link zur Studie