Fachkräftemangel in Deutschland

 In Allgemein

Hays, 32 Seiten, 2019
Deutsch

Bewertung

Die Studie beleuchtet den Fachkräftemangel aus Sicht der Führungskräfte und definiert zentrale Handlungsfelder und Maßnahmen um ihm zu begegnen.

Untersuchte Fragestellung

Wie deutsche Führungskräfte auf den Fachkräftemangel blicken und wie sie ihn angehen.

Inhalte/Trends

Die Mehrheit der befragten Führungskräfte betrachtet den Fachkräftemangel als eine ernsthafte strukturelle Herausforderung für die gesamte Wirtschaft. Mehr als 40 % nehmen eine höhere Mehrbelastung der Mitarbeiter wahr. Jeder vierte Befragte stellt Umsatzausfälle im eigenen Unternehmen aufgrund von Personalengpässen fest. Allerdings wird der Fachkräftemangel nur von etwa 40 % der Führungskräfte als problematisch für das eigene Unternehmen eingeschätzt. Der demografische Wandel in Verbindung mit Globalisierung und technologischer Entwicklung sowie träge Bildungssysteme werden als Hauptursachen für den Fachkräftemangel benannt. Mehr als zwei Drittel der Befragten halten ihr Unternehmen in keinem der Handlungsfelder zur Begegnung des Fachkräftemangels für gut aufgestellt. Aus Sicht der Führungskräfte müssen die Unternehmen als Arbeitgeber deutlich attraktiver werden. Wesentlich ist hier vor allem eine bessere Bezahlung, mehr Flexibilität bei Arbeitszeiten und -orten sowie die Etablierung einer modernen Unternehmenskultur. 50 % der Führungskräfte zählen die Förderung des Kompetenzerwerbs zu den wichtigsten Handlungsfeldern. Entsprechende Maßnahmen wurden in den Unternehmen bislang nur ansatzweise umgesetzt. Vielmehr setzen die Unternehmen vorrangig auf den Ausbau von klassischen Weiterbildungs- und Coaching-Angeboten. Neue effektive Lernmethoden, die Förderung von Austausch und Vernetzung oder die Bereitstellung von Lernbudgets spielen nur eine untergeordnete Rolle. 75 % der Führungskräfte halten ihr Unternehmen in puncto Rekrutierung für nicht gut aufgestellt. Ein Großteil davon hält es für notwendig, bei der Rekrutierung neue Wege zu beschreiten. Dafür ist zunächst ein neues, auf Bewerber zentriertes Mindset notwendig. Klassische Wege der Rekrutierung sollten aber nicht vernachlässigt werden. Jede zweite Fachkraft sieht bei der strategischen Personalbedarfsplanung einen hohen Handlungsbedarf. Jede zweite Führungskraft rechnet mit einer Zunahme beim Einsatz von Freiberuflern und Mitarbeitern im Rahmen einer Arbeitnehmerüberlassung. Viele Führungskräfte fordern zudem die Schaffung dezentraler Arbeitsmöglichkeiten mit freier Wahl der Arbeitsorte.

Geltungsbereich

Die Grundlage für die Untersuchung bildet eine fach-, bereichs- und branchenübergreifende Befragung von 1.000 Führungskräften in deutschen Unternehmen ab 100 Mitarbeitern.

Link zur Studie