DKV-Report 2025: Wie gesund lebt Deutschland?
DKV, 2025, Deutsch
Bewertung
Der DKV-Report 2025 liefert umfassende Erkenntnisse zum Gesundheitsverhalten der Bevölkerung, sowie wertvolle Anhaltspunkte für Betriebliches Gesundheitsmanagement.
Untersuchte Fragestellung
Wie gesund lebt die Bevölkerung in Deutschland, insbesondere in Bezug auf Bewegung, Ernährung, Stressbewältigung, Suchtverhalten und Sitzzeiten.
Inhalte/Trends
Nur zwei Prozent der Befragten erfüllen alle Benchmarks für einen gesunden Lebensstil. Während 68 % der Bevölkerung die WHO-Empfehlungen für ausdauerorientierte körperliche Aktivität erreichen, gelingt es lediglich 34 %, die Anforderungen an eine ausgewogene Ernährung zu erfüllen. Beim Stressempfinden erreichen nur 20 % ein gesundes Niveau. Im Bereich des Nikotinkonsums liegt die Quote der Nichtraucher bei 80 %. Auffällig ist die Verschärfung beim Alkohol-Benchmark: Nur 29 % der Befragten verzichten vollständig auf Alkohol.
Die durchschnittliche Sitzzeit liegt bei 613 Minuten pro Werktag und erreicht damit einen Höchststand. Der Großteil davon entfällt mit rund 3,5 Stunden täglich auf den Arbeitsplatz, hinzu kommen 80 Minuten für Wegezeiten, etwa 2,5 Stunden vor dem Fernseher, 1,5 Stunden bei der Computernutzung sowie 82 Minuten für sonstige Freizeitaktivitäten. Geschlechter- und Altersvergleiche zeigen Unterschiede: Männer sitzen länger bei der Arbeit, Frauen häufiger in der Freizeit. Besonders 18- bis 29-Jährige verbringen mit durchschnittlich elf Stunden die längste Zeit im Sitzen.
Beim Muskeltraining zeigt sich ebenfalls Defizitpotenzial, nur ein Drittel erfüllt die Empfehlung von mindestens zwei Einheiten pro Woche, und nur 32 % erreichen die kombinierten Vorgaben von Ausdauer- und Krafttraining. Unterschiede bestehen auch nach Bildungsstatus, Akademiker sind sowohl bei der körperlichen Aktivität als auch bei der Ernährung erfolgreicher, während Personen mit niedrigerem Bildungsabschluss seltener die Benchmarks erreichen. Auch beim Stress sind die Unterschiede deutlich, nur 10 % der Hauptschulabsolventen, aber 29 % der Befragten mit abgeschlossenem Studium erfüllen den Benchmark.
Neben den klassischen Gesundheitsindikatoren wurden das subjektive Wohlbefinden, die digitale Gesundheitskompetenz sowie das Präventions- und Vorsorgeverhalten der Bevölkerung erhoben. Beim WHO-5-Wohlbefindens-Index liegt ein hoher Anteil der Bevölkerung im kritischen Bereich unter 50 Punkten, was auf Risiken für depressive Verstimmungen hinweist. Zudem zeigt die Erhebung, dass viele Menschen Probleme damit haben, digitale Gesundheitsinformationen zu finden, zu verstehen und anzuwenden. Bei Präventionsleistungen wie Vorsorgeuntersuchungen oder gesundheitsfördernden Maßnahmen gibt es eine deutliche Diskrepanz zwischen wahrgenommener Notwendigkeit und tatsächlicher Inanspruchnahme.
Die Ergebnisse verdeutlichen ein hohes Risiko durch Bewegungsmangel, Stress und lange Sitzzeiten sowie Defizite in der Vorsorge und der digitalen Gesundheitskompetenz. Diese Faktoren wirken sich auf die Leistungsfähigkeit und Gesundheit der Erwerbsbevölkerung aus und erfordern verstärkte Präventions- und Gesundheitsförderungsmaßnahmen.
Geltungsbereich
Befragung von 2.807 Bundesbürgern ab 18 Jahren in Deutschland.
Link zur Studie
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