Is Your Board Hitting the Brakes on CEO Succession?

 In Allgemein

Bain & Company, Spencer Stuart, 2020, Englisch

 

Bewertung

Die Studie nennt Gründe für die geringere Fluktuation in Führungspositionen während globalen Rezessionen und liefert Handlungsempfehlungen für Kontrollgremien.

Untersuchte Fragestellung

Warum gibt es in globalen Rezessionen so wenige CEO-Wechsel?

Inhalte/Trends

Laut der Studie wird in vielen Unternehmen in wirtschaftlich turbulenten Zeiten der Wechsel in Führungspositionen auf Eis gelegt. Im Zuge der letzten drei globalen Rezessionen sank die Anzahl neu berufener CEOs in den USA sowie in Europa und Asien gegenüber dem Vorkrisenniveau um bis zu 32 %. Im Falle eines Wechsels aufgrund schlechter Geschäftsergebnisse oder Skandalen wurden beispielsweise während der Finanzkrise 2008/2009 sogar bis zu 64 % weniger Firmenchefs entlassen. Auf dem vorläufigen Höhepunkt der Corona-Pandemie, im April und Mai 2020, wurden in Europa rund ein Drittel weniger neue CEOs ernannt als im Vorjahr. Die geringste Anzahl an Führungswechseln wird jedoch erst im Jahr nach dem Tiefpunkt der Rezession erzielt. Die Zurückhaltung, mitten in einer Krise einen Führungswechsel vorzunehmen, ist nicht nur auf die Unentschlossenheit der Aufsichtsgremien zurückzuführen, sondern auch auf die Beharrlichkeit der CEOs. So wollen sie oft das Unternehmen, das sie mit aufgebaut haben, durch die Krise führen. Die Kontrollgremien hingegen sind sich laut Studie oft uneins über die künftige Unternehmensstrategie, die Anforderungen, die Vorstandsvorsitzende erfüllen müssen, oder mögliche Nachfolgeregelungen. Erst nach abnehmender Unsicherheit, in der Regel zwei Jahre nach dem Tiefpunkt der jeweiligen Wirtschaftsflaute, steigt die Anzahl der Führungswechsel wieder auf das Vorkrisenniveau an.

Geltungsbereich

Für die Studie wurden rund 2.700 CEO-Wechsel analysiert, die zwischen 1996 und Juni 2020 im Rahmen von globalen Rezessionen stattfanden.

Link zur Studie