5 Jahre seit der Fluchtmigration 2015: Integration macht Fortschritte

 In Allgemein

Institut für Arbeitsmarkt- u. Berufsforschung (IAB), Forschungszentrum des Bundesamtes für Migration u. Flüchtlinge (BAMF-FZ) u. dem Sozio-oekonomischen Panel (SOEP), 16 Seiten, 2020, Deutsch

 

Bewertung

Lesenswerte Studie, die aufzeigt, wie fortschrittliche Integrationsprogramme zu höheren Beschäftigungschancen von Geflüchteten führen.

Untersuchte Fragestellung

Es werden die Integrationsverläufe der Flüchtlinge untersucht, die von 2013 bis 2016 zugezogen sind.

Inhalte/Trends

49 % der Geflüchteten, die seit 2013 nach Deutschland gekommen sind, gehen 5 Jahre nach dem Zuzug einer Erwerbstätigkeit nach. Bei den seit den frühen 1990er Jahren bis 2013 zugezogenen Geflüchteten, die in der Folge der Kriege in den Nachfolgestaaten Jugoslawiens nach Deutschland gekommen sind, waren nach 5 Jahren 44 % erwerbstätig. Damals waren die Voraussetzungen hinsichtlich Sprache, Bildung und Ausbildung günstiger als bei den aktuell zugezogenen Geflüchteten. Dafür ist gegenwärtig die Arbeitslosigkeit wesentlich niedriger und das Beschäftigungswachstum deutlich höher als in den 1990er Jahren. 68 % der erwerbstätigen Geflüchteten gehen einer Vollzeit- oder Teilzeiterwerbstätigkeit nach, 17 % einer bezahlten Ausbildung, 3 % einem bezahlten Praktikum und 12 % sind geringfügig beschäftigt. Zwischen geflüchteten Männern und Frauen besteht bei der Erwerbstätigkeit ein erhebliches Gefälle. 5 Jahre nach dem Zuzug sind 57 % der Männer und 29 % der Frauen erwerbstätig. Dabei spielen die Familien-konstellation und die Betreuungssituation von Kindern eine große Rolle. Im zweiten Halbjahr 2018 gingen insgesamt 60 % der Geflüchteten einer Erwerbstätigkeit nach, besuchten eine Bildungseinrichtung oder nahmen an Integrationsmaßnahmen oder arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teil. Der Großteil der verbleibenden 40 % waren aktiv auf Stellensuche, in Elternzeit oder in Mutterschutz.

Geltungsbereich

Insgesamt wurden rund 8.000 Geflüchtete befragt.

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